Hallo zukünftige Volunteers bei Immanuels Haven!

In diesem Bericht möchte ich (Johanna Seidel) euch einen kleinen Einblick in das Leben als Volunteer bei Immanuels Haven und allgemein in meine Zeit in Südafrika geben.

Zunächst kurz zu meiner Person. Ich bin 18 Jahre alt und habe 2016 mein Abitur gemacht. Da ich noch nicht genau weiß, was ich in Zukunft gerne machen möchte, habe ich mir das Jahr nach dem Abitur Zeit genommen, um Erfahrungen zu sammeln und mir vielleicht etwas klarer über meine Zukunft zu werden. Daher war ich vom 21. September 2016 bis zum 16. Dezember 2016 als Volunteer bei Immanuels Haven in der Nähe von Kapstadt.

Zunächst kann ich schon einmal sagen, dass die Zeit bei Immanuels Haven wahnsinnig schön und unvergesslich war. Ich durfte viele wunderschöne Erfahrungen mit den Kindern und Menschen dort sammeln, aber habe auch Zeiten erlebt, in denen man durch die Entfernung nach Hause auf die Probe gestellt wurde. Allerdings waren die Zeiten, in denen es mir vielleicht mal nicht so gut ging, durch den Kontakt mit den anderen Volunteers ganz einfach zu bewältigen. Die Stimmung im Haus war immer sehr gut und es war jederzeit jemand da, mit dem man reden konnte. Anfangs haben wir mit sechs Volunteers in dem Haus gewohnt, zwischenzeitlich dann zu zwölft und gegen Ende dann zu elft. Vor meinem Abflug habe ich mir Gedanken gemacht, ob das wohl klappen würde, mit so vielen Menschen auf engem Raum zusammen zu leben. Vor allem, weil man ja vorher nicht weiß, mit wem man dort zusammen wohnt. Aber ich kann definitiv sagen, dass diese Bedenken vollkommen unbegründet waren. Mich haben wirklich tolle Menschen erwartet und es kamen immer mehr dazu. Das Zusammenleben in dem Haus war super einfach, weil wir uns alle gut verstanden haben. Morgens vor der Schule wurde zusammen gefrühstückt, in den Pausen zusammen gesessen und abends dann zusammen gekocht und gegessen.

Auch das Haus an sich ist sehr gemütlich und schön für ein Zusammenleben. Natürlich kann man sich nicht darauf einstellen, dass einen derselbe Standard wie in Deutschland erwartet, aber deswegen kommt man dort ja auch nicht hin. In meiner Zeit bei Immanuels Haven hat sich im Haus viel getan. Mit der Zeit wurde alles renoviert und zum Ende hin kam sogar ein Fernseher und WLAN zum skypen ins Haus. Auch die Umgebung des Hauses ist sehr schön. Neben dem unbeschreiblich schönen Blick auf das Meer und die Berge, macht auch die große Wiese mit den Fußballtoren direkt neben dem Haus einen guten Eindruck. Diese bietet einen sehr schönen Ort, um mit den Heimkindern oder den Kindern in der Schule Spiele zu spielen oder auch Sport zu machen.

Nachdem ich euch hoffentlich einen Eindruck der Situation im Volunteer Haus geben konnte, möchte ich zu der Schule und dem Heim etwas sagen.

Direkt angrenzend an unser Volunteer Haus befindet sich Immanuels private school. Diese besuchen Kinder und Jugendliche von der Vorschule bis zur siebten Klasse. Auch ein kleiner Kindergarten ist in die Schule mit eingegliedert. Dadurch, dass die Schule eine überschaubare Anzahl an Schülern und Lehrern hat, herrscht dort eine sehr familiäre Stimmung. Wir Volunteers haben jeden Tag in der Schule mitgearbeitet. Montags, dienstags und donnerstags ging unser Arbeitstag bis 15:00 Uhr mit jeweils zwei 40- minütigen Pausen. Mittwochs und freitags nur bis 13:00 Uhr mit einer 40- minütigen Pause. Wir wurden in der Schule auf die jeweiligen Klassen verteilt, sodass bestenfalls jeder Lehrer einen der Volunteers als helfende Hand an seiner Seite hatte. Ich wurde meist in der ersten Klasse eingesetzt, wo ich sogar einige Mathe-, Sport- und life skills-Stunden geben durfte. Ansonsten stand ich der Lehrerin jederzeit für Hilfe zur Verfügung. Viele der Schüler kommen aus den nahegelegenen Townships und  somit meist aus ärmeren Verhältnissen. Einige Kinder haben in ihrem erst jungen Leben schon schreckliche Dinge erlebt oder leben in schlechten familiären Verhältnissen. Dies konnte  man einigen Kindern anmerken. Sie wünschten  teilweise sehr viel Aufmerksamkeit, waren still oder etwas aggressiv. Trotzdem war es sehr schön zu sehen, wie glücklich die Kinder in der Schule sind. Die Arbeit mit ihnen hat mir jederzeit Spaß gemacht.

Nach der Schule sind wir zum Heim gegangen, um zunächst mit den jüngeren Kindern Hausaufgaben zu machen. Viele der Kinder aus dem Heim besuchen auch Immanuels private school, da diese ja direkt auf dem Gelände liegt. Je nachdem, ob wir einen anstrengenden Tag hinter uns hatten und etwas Ruhe brauchten, haben wir den Rest des Nachmittages noch mit den Kindern verbracht und gespielt oder Ausflüge gemacht. Da wir mittwochs nur einen kurzen Schultag hatten, bot sich dieser gut für einen Strandtag an. Wir Volunteers sind dann oft mit dem Taxi zum 10 Minuten entfernten Strand in Gordons Bay gefahren und haben uns dort etwas erholt und das schöne Wetter genossen.

An den Wochenenden hatten wir immer frei, daher haben wir viele Ausflüge gemacht oder die Tage mit den Kindern verbracht. Als Tagesausflüge boten sich immer gut Ausflüge nach Kapstadt, eine Tour zum Kap, nach Hermanus oder andere Orte in der näheren Umgebung an. Dazu haben wir uns meist ein Auto bei dem Autoverleih Steward gemietet.

Im Weiteren möchte ich euch aufzählen, welche Orte wir bereist haben und was sich in der Umgebung gut für einen Tagesausflug anbietet:

Kapstadt lohnt sich auf jeden Fall immer als Tagesausflug. Dort kann man viel erleben und interessante Orte besuchen. Wir waren häufig auf dem Green Market in Kapstadt, der sich total lohnt anzuschauen und auch für den Kauf von Souvenirs genial ist. In der Nähe des Green Markets befindet sich das Africa Cafe. Hier haben wir einen tollen Abend mit afrikanischem Essen und afrikanischer Musik mit Blick auf den Tafelberg verbracht. An der Waterfront kann man auch super einkaufen oder essen gehen und der Ort an sich ist schon wunderschön. Außerdem waren wir natürlich auf dem Tafelberg, beim Boo-Kap, in Camps Bay, am Sea Point, um nur einige weitere Orte zu nennen. Einen schönen sonnigen Tag mit Picknick kann man auch im botanischen Garten Kirstenbosch genießen. Also Kapstadt lohnt sich immer wieder für einen Tagesausflug oder auch mal für längere Zeit.

Weiterhin bietet sich eine Tour zum Kap mit all den schönen Orten, welche auf dem Weg liegen, auch super für einen Tagesausflug an. Unterwegs kann man die bekannten bunten Strandhäuser in Muizenberg besuchen und die Pinguine am Boulders Beach in Simon’s Town sehen. Das Naturreservat des Kaps bietet ebenfalls viel.

Wir waren auch auf einem Wal Festival bei Hermanus, haben in Kapstadt Paragliding gemacht, an einer Weingutbesichtigungstour in Stellenbosch teilgenommen. Zusätzlich haben wir in Stellenbosch einige Schulen besucht und die Stadt erkundet. In Somerset West haben wir Paintball gespielt, was mit unserer großen Gruppe total Spaß gemacht hat. Auch haben wir eine Ziplining Tour gemacht und waren Robben schnorcheln in Hout Bay.

In unseren Schulferien haben wir uns dann dazu entschlossen, die bekannte Garden Route teilweise abzufahren. Wir haben uns für eine Tour über Oudtshoorn, Knysna und Mosselbay bis nach Port Elizabeth entschieden, wo wir dann eine Tour durch den Addo Elephant Park gemacht haben. Alles hat sich sehr gelohnt und in jedem Ort gab es viele Möglichkeiten etwas zu sehen und zu unternehmen.

Ich hoffe, dass ich euch hiermit einen kleinen Einblick in meine Zeit bei Immanuels Haven geben konnte.

Abschließend möchte ich sagen, dass ich sehr glücklich bin, ein Teil von Immanuels Haven gewesen zu sein. Ich werde die tolle Zeit und die tollen Menschen nie vergessen und hoffe, dass dieses Projekt auch weiterhin tatkräftig von Freiwilligen unterstützt wird.

Liebe Grüße

Johanna Seidel (Lingen)