Meine Zeit bei Immanuels Haven in Südafrika

Angefangen hat meine dreimonatige Reise am 21.09.2016 am Flughafen in Düsseldorf. Nach einer sehr traurigen Verabschiedung von Familie und Freunden sind meine Freundin und ich mit gemischten Gefühlen ins Flugzeug gestiegen und hatten eine lange Nacht vor uns. Am nächsten Tag sind wir am späten Nachmittag endlich am Flughafen in Kapstadt angekommen und wurden von dem sehr netten Taxifahrer „Monty“, mit welchem wir schon vor der Reise durch Bubbles in Kontakt standen, endlich zu unserem Zielort „Gordons Bay“ gefahren. Obwohl wir von der Reise ziemlich geschafft waren, war die Vorfreude auf die anderen Volunteers und unser neues Zuhause enorm groß. Bei Immanuels Haven angekommen, wurden wir erstmals von Bubbles in den Arm genommen und nett begrüßt, dann nahmen wir unsere Koffer aus dem Taxi und gingen in das Volunteerhouse, in welchem wir die nächsten 12 Wochen leben durften. Monty führte uns in die Küche in der bereits drei andere junge Mädchen standen und uns herzlich begrüßten. Danach sind wir in Begleitung mit einer der Volunteers zum Mainhouse gegangen und haben zum ersten Mal die Heimkinder und alle anderen, die zu Immanules Haven gehören, angetroffen. Wir gaben unser Deposit ab und bekamen unser Geschirr. Auch von den vier Hunden wurden wir herzlich begrüßt. Nachdem wir gemütlich mit den anderen drei Mädels selbstgemachte Spinatlasagne aßen und wir grob in den Alltag in Südafrika eingeführt wurden, haben meine Freundin Johanna und ich uns in eines der kleineren Zimmer zurückgezogen und alle neuen Eindrücke verarbeitet. Natürlich sind wir schnellsten Weges unter die Dusche gehüpft und konnten uns in Ruhe noch einmal auf dem Gelände umsehen. Abends haben wir uns früh schlafen gelegt, da am nächsten Tag der ganz normale Alltag für uns begann. Das heißt, morgens um viertel nach sieben ging unser Wecker, wir haben uns schnell umgezogen und gemeinsam gefrühstückt. Manchmal gab es Toast mit Nutella und Marmelade oder auch einfach leckeres südafrikanisches Müsli mit Joghurt. Pünktlich um acht Uhr mussten wir an der Schule sein, welche direkt nebenan war und wurden von den Schulkindern umarmt und über sämtliche Themen ausgefragt. Natürlich mussten wir das alles auf Englisch machen, welches sich aber um einiges in dieser Zeit verbessert hat. Unsere Schulleiterin „Teacher Doreen“, stellte uns der ganzen Schule, welche sehr familiär ist, bei der täglichen Begrüßung vor. Es wurden den Kindern Regeln aufgezählt und zum Schluss wie jeden Tag gemeinsam gebetet. Danach wurden wir zusammen in die zweite Klasse gesteckt, um dort auszuhelfen. Zum Ende hin war ich jedoch in der dritten Klasse und konnte „Teacher Cynthia“ unter die Arme greifen. Dazu zählte den Kindern bei Fragen in Mathe, Englisch oder Lifeskills zu helfen, Sportstunden zu organisieren oder auch Lieder einzuüben. Nachdem ich in dem ersten Monat alleine in der Klasse war, bekam ich für die restliche Zeit Verstärkung von einem neuen Volunteer. Unsere Arbeitszeiten in der Schule waren Montags, Dienstags und Donnerstags von acht bis fünfzehn Uhr, wobei wir zwischendurch zwei vierzigminütige Pausen hatten. Mittwochs und Freitags waren wir nur bis zwölf Uhr mittags in der Schule. In den Pausen haben wir Volunteers uns in unserer Küche versammelt, gelabert und gegessen. Warm gekocht wurde jedoch immer nur abends, weil wir während der Schulzeit nicht genügend Zeit für ein aufwendiges Essen hatten. Wir sind dann jede Woche mit dem Taxi in eine große Mall gefahren, welche in Somerset West lag und haben dort in einem „Pick´n Pay“ unseren Großeinkauf erledigt. Da wir zwischenzeitig mit zwölf Leuten in dem Haus lebten, kann man hier wirklich von einem riesigen Großeinkauf sprechen. Zu dieser Zeit wohnten acht Leute in dem Schlafsaal der Mädchen mit vier Hochbetten, zwei in dem kleinen Zimmer im Anbau und zwei Jungs in einem Zimmer daneben. Da wir drei Badezimmer hatten, war das auch kein Problem in Ruhe zu duschen. Natürlich hatten wir keine Spülmaschine, somit wurde das Geschirr nach jedem Essen entweder von jedem einzelnen selbst gesäubert oder auch von einer Person und das im Wechsel. Dadurch, dass wir alle deutschsprachig waren, hatten wir auch keine Verständigungsprobleme und haben uns super verstanden. Die meisten von uns waren so um die achtzehn oder neunzehn, wobei wir auch einen Studenten, der siebenundzwanzig war und eine achtundzwanzig Jährige dabei hatten. Doch das war überhaupt kein Problem. Wir hatten jede Menge Spaß und konnten über alles reden. An den Nachmittagen haben wir uns am häufigsten mit den Kindern beschäftigt. Wir haben Kartenspiele gespielt, zum Sommer hin sogar draußen Verstecken oder haben einfach nur so herumgealbert. An schönen Tagen sind wir oft an den Strand gefahren, der nur etwa 10 Minuten von uns entfernt war, haben dort ein wenig entspannt und die Sonne genossen. Um uns fit zu halten, haben einige von uns auf der Wiese vor dem Haus gemeinsam Sport gemacht. Sehr empfehlenswert, denn die Aussicht mit den Bergen ist wunderschön. Neben diesen alltäglichen Dingen haben wir natürlich auch dafür gesorgt, dass wir abenteuerliche Sachen erleben, wie Paragliding, mit Robben schnorcheln oder auch die wilden Tiere Afrikas zu Gesicht bekommen. Bei Gelegenheit haben wir dies oft am Wochenende oder auch in den Schulferien gemacht. Dazu haben wir uns mit mehreren zusammen ein Auto gemietet und das für wenig Geld. Damit konnten wir dann flexibel durch Südafrika fahren und einige Orte abklappern. Ich war fünf Tage mit drei anderen Leuten unterwegs. Wir haben unser Auto morgens mit unserem Gepäck vollgestopft und sind dann von Gordons Bay nach Outshoorn gefahren, um dort eine Adventure Tour in den Tropfsteinhöhlen mitmachen zu können. Danach sind wir in unser Hostel gefahren und haben dort abends gemütlich gegessen. Am nächsten Tag besuchten wir eine Straußenfarm und haben beim Sonnenaufgang eine Erdmännchensafari mitgemacht. Gegen Mittag sind wir dann Richtung Knysna, wo wir ein kleines, aber super schönes Hostel gebucht hatten. Am nächsten Tag sind wir in Port Elizabeth angekommen, welches auf dem Weg zum Addo Elephant Park liegt. Nachdem wir dort eine Nacht schlafen konnten, sind wir früh am Morgen los zum Addo und haben dort fast den halben Tag verbracht. Wir fuhren mit unserem eigenen Auto durch die verschiedensten Wege des Parks und trafen auf Büffelherden, Wildschweine, Elefanten, Löwen und und und …Auf dem Weg nach Mossel Bay sind wir in der Nähe des Tsitsikamma Parks angehalten, damit zwei von uns ihren Bungeejump aus 216 Meter Höhe von einer Brücke aus machen konnten. Dies ist übrigens die höchste Brücke der Welt von der man Bungee jumping machen kann. Nach diesem Adrenalinkick konnten wir unsere letzte Nacht in Mossel Bay verbringen und sind am nächsten Tag über den Kap Agulhas, wo sich der Indische und Atlantische Ozean treffen, wieder Richtung Gordons Bay gefahren. Insgesamt hat der fünftägige Trip mit Auto, Hostels, Essen & Trinken und sämtliche Aktivitäten um die 260 Euro gekostet. Sowas zu machen lohnt sich also immer, man sieht und lernt so einiges von Südafrika. Jedoch muss vieles schon im Voraus gebucht werden. Neben diesem Trip sind meine Highlights der Tafelberg, Paragliding, Robbenschnorcheln und das Feiern in der Longstreet in Kapstadt. Doch vor allem war die Zeit mit den Heimkindern und den Volunteers das Schönste an Südarfika. Egal ob es nur eine Runde Phase 10 oder sogar das Übernachten unter dem Sternenhimmel war, wir hatten immer was zu lachen. Nachdem man sich nach den ersten Wochen gut eingelebt hatte, wollte man auch kaum wieder nach Hause und hat die anderen Leute total ins Herz geschlossen. Aber natürlich haben wir unsere Familie und Freunde nicht ganz vergessen. Am Anfang unserer Zeit mussten wir, um WLAN haben zu können, zu Bubbles gehen und uns den Schlüssel für den Computerraum in der Schule  holen, damit wir zum Beispiel skypen oder telefonieren konnten. Zum Ende hin hat sich aber so einiges im Volunteerhouse geändert. Wir haben dort endlich WLAN bekommen und konnten jederzeit in Kontakt mit unserer Familie und Freunde stehen. Natürlich habe ich mir auch eine südafrikanische Nummer geholt, damit ich unterwegs und in den ersten Wochen zu erreichen war. Das mit dem eigenen WLAN war dann aber trotzdem praktischer. So konnten wir  jeden Abend gemütlich vor unserem neuen Fernseher sitzen und einen Film oder eine Serie über Laptop schauen und zu jeder Zeit telefonieren oder skypen.

Aufgrund der supercoolen Volunteers, den Heimkindern, der Schulkinder, Lehrer und der wunderschönen Landschaft in Südafrika kann ich das Projekt nur unterstützen und jedem empfehlen dort freiwillige Arbeit zu leisten. Jedoch sollte man sich vorher Geld zusammengespart haben, damit man auch das meiste mitnehmen und der Familie zuhause davon erzählen kann.  

Liebste Grüße

Lina Schaefer aus Lingen